Fahrzeuge der Pferdeeisenbahn

Die Bahngesellschaft besaß ca. 1000 Güterwagen. Die Personenwagen wiesen verschiedene Bauarten auf. Die Fahrzeit eines Güterzuges zwischen Urfahr und Budweis betrug fast 3½ Tage bzw. 32½ Stunden.

 Im Luxuswagen „Hannibal“, in dem einst die Herrschaften des Habsburger Kaiserreiches reisten.

Pferdeeisenbahn Kutsche Hannibal grau

Die Bahngesellschaft besaß ca. 1000 Güterwagen. Das Ladegewicht betrug 2,5-3,3 t. Zur Beförderung der Fracht verwendete man offene und gedeckte Wagen. Die Hauptfracht Salz wurde mit zweiachsigen, offenen Niederbordwagen, auf denen man rund 40 Fässer mit je 56 kg laden konnte, befördert. Später wurden auch Hochbordwagen mit einer Abdeckung aus Blech eingesetzt. Einige Wagen waren für den Kohle-, Steine- und Langholztransport vierachsig.

Die Personenwagen wiesen verschiedene Bauarten auf, es gab offene und gedeckte Wagen und hatten bis zu 24 Sitzplätze. Die Wagen waren in drei Klassen unterteilt und trugen Namen.

Eine Besonderheit waren die Equipagewagen. Auf ihnen konnte man die eigene Kutsche verladen und darin mitreisen. Einige Wagen waren auch zur Mitnahme der Pferde ausgestattet. 1857 besaß die Bahn 96 Personenwagen.

BUDWEISER LINIE
Personenzüge

Die Fahrzeiten zwischen den Stationsplätzen betrugen:

Budweis–Holkau 1½ Std.
Kerschbaum–Lest 2½ Std.
Holkau–Angern 2¼ Std.
Lest–Oberndorf 2¼ Std.
Angern–Kerschbaum 2¼ Std.
Oberndorf–Urfahr 2¼ Std.

BUDWEISER LINIE
Güterzüge

Die Fahrzeit eines Güterzuges zwischen Urfahr und Budweis betrug fast 3½ Tage bzw. 32½ Stunden.
Die Güterzüge verkehrten im Schnitt zwischen 3-4,5 km/Stunde.
Die Fahrzeiten betrugen am 1. Tag 11¾ Std.
3. Tag 10½ Std., am 2. Tag 5½ Std. 4. Tag 4¾ Std.

Die reine Fahrzeit zwischen Budweis und Urfahr betrug in beiden Fahrtrichtungen 13 Stunden. Die Strecke von Urfahr nach Lest oder umgekehrt wurde in 4½ Stunden zurückgelegt.

Die Personenzüge verkehrten im Schnitt mit 10-12 km/Stunde. Bei Talfahrten wurden auch bis zu 15 km/Stunde erreicht.

 

Die Verkehrsleistung

Bis zur Einstellung der Pferdeeisenbahn am 15. Dezember 1872 war diese Bahn sehr leistungsstark. Es gab Jahre, wo bis 188.000 Reisende befördert wurden. Im Güterverkehr kam man bis auf 100.000 t Fracht, wobei das Salz im Schnitt 45% ausmachte.

Der Personentarif betrug im Jahre 1846
für eine Meile (7,59 km):
Budweiser Strecke:
1. Kl.–10,66 kr C. M. 2. Kl.–7 kr C. M. 3. Kl.–0,55 kr C. M.

Gmundner Strecke:
1. Kl.– 7,5 kr C. M. 2. Kl.–5 kr C. M.

Konsulent Johann Brunner (Pferdeeisenbahnhistoriker)

Gütertarif